Das Haus in der Sonne, also „Dom w słońcu“, ist ein illustriertes Buch des schwedischen Malers Carl Larsson (1853–1919). In seinen Aquarellen zeigte er das Familienleben, die Innenräume seines Hauses und den Alltag in Sundborn, einer malerischen Ortschaft im nördlichen Schweden, in der Region Dalarna.

Der Band erschien erstmals 1909 in Deutschland im Verlag Karl Robert Langewiesche. Die Entstehung von Das Haus in der Sonne steht in direktem Zusammenhang mit Larssons früherem Werk. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts veröffentlichte der Künstler in Schweden Alben wie Ett Hem (1899), in denen er sein Haus, seine Familie, seine Kinder und die Idee eines harmonischen, hellen Alltagslebens darstellte. Diese Arbeiten wurden in Skandinavien sehr populär und erregten die Aufmerksamkeit ausländischer Verleger. Die Zusammenarbeit mit dem Verlag Langewiesche war eine Folge des wachsenden Interesses des deutschen Marktes an nordischer Ästhetik, der Idee vom Haus als Zentrum des Familienlebens und der Lebensreform.

In der ersten deutschen Ausgabe von 1909 enthielt Das Haus in der Sonne etwa sechzehn farbige Reproduktionen von Larssons Aquarellen sowie zahlreiche Schwarz-Weiß-Illustrationen. Diese Arbeiten waren größtenteils eine Auswahl und neue Zusammenstellung bekannter Illustrationen aus früheren Alben. Das Buch war in Deutschland ein großer Erfolg und wurde mehrfach neu aufgelegt.

Dank der Veröffentlichung bei Langewiesche wurde Carl Larsson auch außerhalb Schwedens bekannt. Seine Vision vom sonnigen Haus, kinderfreundlich und naturnah, beeinflusste die Vorstellungen vom skandinavischen Lebensstil und der Innenraumästhetik in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das Haus in der Sonne erscheint als Manifest Larssons, das Kunst mit dem alltäglichen Lebensrhythmus und häuslicher Harmonie verbindet.

Der Verlag Karl Robert Langewiesche basierte auf der Überzeugung, dass ein Buch künstlerische Qualität mit Zugänglichkeit für ein breites Publikum verbinden sollte. Sein Gründer Karl Robert Langewiesche stammte aus einer Familie mit langer Lesetradition: Sein Großvater Wilhelm war Verleger und Schriftsteller, sein Vater Buchhändler, sein Bruder Schriftsteller und sein Onkel führte eine Druckerei in Barmen.

1902 begann Langewiesche sein eigenes Verlagsprogramm, basierend auf der Idee „moderner, edler Massenartikel“, die keine Spezialkenntnisse erforderten. 1907 gründete er die Abteilung für Kunstbücher und Fotoalben, für die er einen neuen Typ preisgünstiger, zugleich hochwertiger illustrierter Bücher entwickelte.

Ab 1911 zeichnete sich die Reihe Die Blauen Bücher durch charakteristische blaue Umschläge aus. Der Verleger, als Schöpfer von Ausstellungspostern anerkannt, führte zudem eine revolutionäre Herangehensweise an den Umschlag ein, der zuvor nur Schutzfunktion hatte. Langewiesche nutzte als einer der Ersten die Umschlagklappen für Inhaltsangaben, Autoreninformationen und Verlegerkommentare, wodurch diese Informationen aus dem Inneren des Buches ausgelagert wurden.

Er war eng mit dem Deutscher Werkbund verbunden, einer Organisation von Künstlern, Designern und Industriellen, deren Ziel die Verbindung von Kunst und funktionalem Industriedesign war. Durch die Zusammenarbeit mit Künstlern und Designern, darunter Karl Köster – ein angesehener Grafikdesigner und Typograf – entwickelte Langewiesche einen unverwechselbaren Verlagsstil: schlicht, klar, funktional und zugleich ästhetisch anspruchsvoll.

Diese Philosophie spiegelt sich perfekt in Das Haus in der Sonne wider. Die sorgfältige grafische Gestaltung, die moderate Dekoration des Einbands und die hohe Qualität der Reproduktionen sorgten dafür, dass die Folgeausgaben stilistisch konsistent blieben und zugleich dem Zeitgeist entsprachen.

Titel und Auswahl des Materials stammen von Karl Robert Langewiesche und seiner Frau Stefanie, die Grafik und Design in Stuttgart und Düsseldorf studierte. Die Übersetzungen ins Deutsche fertigte Ellen Grönland-Jungbeck an.

Die berühmte, herzliche Begrüßung der Larssons lautet im Original:
„Välkommen, käre Du, till Carl Larsson och hans Fru“ –
„Sei willkommen, lieber Du, bei Carl Larsson und seiner Fru“.

Die Übersetzerin fängt den Charakter des Originals geschickt ein, indem sie das subtile Reimspiel des deutschen „Du“ mit dem schwedischen „Fru“ (Frau) nutzt.

Die Schwarz-Weiß-Illustrationen stellten auf humorvolle Weise Szenen und Anekdoten mit den Kindern und der Ehefrau des Künstlers dar, teilweise ergänzt durch kurze Dialoge oder witzige Kommentare. Eine Illustration zeigt die eigensinnige Tochter Lisbeth mit festem Gesichtsausdruck und zusammengepressten Lippen, begleitet von der Bildunterschrift:

„Hieraus seht: Zu jeder Frist, Lisbeth ein Charakter ist“ –
„Wie ihr seht, Lisbeth hat einen ausgesprochenen Charakter.“

1913 zog der Verlag Langewiesche nach Königstein im Taunus um. Dort errichtete der Architekt Kurt Friedenberg für den Verlag das Dom Langewiesche, das heute unter Denkmalschutz steht.

Nach Langewiesches Tod wurde der Verlag von seiner Witwe Stefanie Langewiesche mit Unterstützung von Hans Köster (1902–1996), der ab 1927 in der Offizin arbeitete, weitergeführt. Hans Köster übergab den Verlag später an seinen ältesten Sohn Hans-Curt Köster.

In den Folgeauflagen von Das Haus in der Sonne variierte die Auswahl der Illustrationen und Textpassagen, doch auf den ersten Seiten aller Ausgaben erscheint immer der Abschnitt:
Sundborn, Heiligabend 1898
mit einer Schwarz-Weiß-Illustration eines Weihnachtsbaums und des Künstlers.

Carl Larsson im Melonihut erinnert ein wenig an Professor Filutek aus den Comics von Zbigniew Lengren im Magazin „Przekrój“. Der Maler sitzt auf einem Podest – einem Thron – und betrachtet den Baum, geschmückt mit Kugeln und schwedischen Fähnchen, als Symbol dafür, dass Weihnachten für die Larssons auch nationale Bedeutung hatte.

Sundborn, Heiligabend 1898
Gerade an diesem Heiligabend und hier in Sundborn möchte ich den Text zur Illustration aus meinem geliebten Haus in Dalarna beginnen. Ich hoffe, dadurch etwas Weihnachtsstimmung zu verbreiten und dich, lieber Leser, in deiner fröhlichsten Stimmung zu treffen. Auf diese Weise wage ich es, dein Interesse an mir und an dem, was mir lieb ist, zu wecken.“

Weihnachtsbaum und Weihnachten erinnern natürlich an Geschenke. Drei Exemplare von Das Haus in der Sonne aus verschiedenen Ausgaben wurden mir als Geschenke überreicht. Umso wertvoller, da sie von besonderen Personen aus dem Erbe der Kunst Carl Larssons stammen.

Die Ausgabe von 1921 erhielt ich von Hans-Curt Köster vom Verlag Langewiesche, die Ausgabe von 1911 von Cecilia Langefeld, einer renommierten Larsson-Forscherin, und die Ausgabe von 1977 von einem alten Freund aus Deutschland, der kulturelle Initiativen unterstützt.

Nicht zu vergessen die Großzügigkeit von Hans-Curt Köster, der zusammen mit seiner Partnerin, Prokuristin des Verlags, Gaby Klempert, wertvolle Carl Larsson Kalender nach Starzawa brachte. Die berühmten Larsson-Kalender, die vom Verlag Karl Robert Langewiesche herausgegeben wurden, wurden eines der wichtigsten Mittel zur weltweiten Verbreitung seiner Werke. Die historischen Kalender schmücken heute das Larsson-Zimmer im „Dom w Słońcu“.

Es war Sommer, doch es hatte etwas von Weihnachten – Gaby und Hans-Curt kamen wie die Heiligen Drei Könige und brachten Larsson-Schätze mit.

Der Verlag Langewiesche beendete seine Tätigkeit nach etwa 123 Jahren, und sein Archiv, einschließlich Dokumenten und Beständen zu seinen Publikationen, ist heute Teil des Deutsches Buch- und Schriftmuseum in Leipzig. Das Fotoarchiv befindet sich in der Wiener Albertina Museum.

Eine wichtige Information für polnische Leser: 1994 veröffentlichte Langewiesche in der Reihe Die Blauen Bücher Kunst in Polen. Polnische Kunst. Eine Einführung – „Sztuka w Polsce. Sztuka polska. Wprowadzenie“. Die Publikation deckt etwa tausend Jahre polnischer Kunstgeschichte ab – vom frühen Mittelalter bis zum späten 20. Jahrhundert – und bietet eine fundierte Einführung.
Der Autor, Stefan Muthesius, ist ein deutsch-britischer Kunst- und Architekturhistoriker, spezialisiert auf die Geschichte der Architektur, des Designs und der materiellen Kultur. Stefan Muthesius war viele Jahre als Hochschuldozent tätig und ist derzeit Honorary Professor an der University of East Anglia in Norwich, Großbritannien.


Magdalena Wisiecka

Źródła:
Gabriele Klempert Das Haus Langewiesche Königstein
The Project Gutenberg eBook of
Das Haus in der Sonne

https://de.wikipedia.org/wiki/Verlag_Langewiesche